Freitag, 20. April 2018

[Writing Friday] Der erste Tag

Mein Wecker klingelte. Genervt haue ich drauf und schaue auf die Uhr. 6.00 Uhr. Scheiße, ich hatte vergessen den Wecker vorzustellen. Ich muss um 7.30 am Krankenhaus sein. Ich brauche Zeit um mich perfekt vorzubereiten. Mindestens zwei Stunden. Verdammt. Der Kontrollfreak in mir spielte verrückt. Mist. Ich zog die rausgelegten Sachen an. Und dann verschwand ich für eine halbe Stunde im Bad. Frühstück würde ich auslassen. Ich war viel zu nervös und irgendetwas herunter zu bekommen. Noch fünf Minuten, dann musste ich spätestens losfahren. Ich atmete tief durch, bevor ich aus der Haustür ging. Schaute noch einmal in den Spiegel. Ich hatte meine sei mutig Frisur, mein sei mutig Outfit und ich war bereit für meinen ersten Tag als Assistenzärztin.
Das Krankenhaus war groß und erschreckend grau. Wir sollten uns in der Notaufnahme einfinden. Dort standen schon ungefähr zwanzig andere nervöse Neue. Ich stellte mich zu ihnen und versuchte so selbstbewusst wie möglich zu wirken. Der zuständige Arzt näherte sich.
„Hallo und Willkommen. Ihr seid einige der wenigen Auserwählten. Ihr seid auserwählt worden von diesem Krankenhaus aus Hunderten Bewerbern, doch auch ihr werdet es nicht alle schaffen. Wenn sie neben sich blicken, links und rechts, beide werden weg sein. Nur etwa ein Drittel wird nachher in diesem Beruf arbeiten und unsere Ausbildung schaffen. Einige werden früh aufgeben und sehen, dass der Job nichts für sie ist. Andere werden es merken, wenn der erste Patient von ihnen gestorben ist und andere werden aus persönlichen Gründen gehen. Zu wenig Zeit, zu viel Stress, zu wenig Schlaf. Über achtundvierzig Stunden zu arbeiten wird keine Seltenheit sein. Ihr seid Assistenzärzte. Ihr macht alle Arbeiten, die man euch aufträgt. Jeden kleinen Handgriff, auf den wir Oberarzte nicht scharf sind. Ihr seid im Grunde unsere Hände und wir sind euer Gehirn. Ihr seid die Hände, die den Müll rausbringen und Rektaluntersuchungen machen. Doch diese Hände werden vom Gehirn lernen und irgendwann werden sie auch zum Gehirn, naja, ein Drittel der Hände. Im Grunde also nur drei Finger und ein paar Zerquetschte. Nun aber genug davon. Ich werde euch jetzt euren Aufenthaltsraum zeigen und den Ort, an dem ihr Schlafen könnt. Denn von nun an ist das Krankenhaus euer zu Hause. Ihr werdet hier mehr Zeit verbringen als an irgendeinem anderen Ort. Das Krankenhaus ist wird eure Familie werden und für euch sorgen, solange ihr auch für uns sorgt. Und nun folgt mir. Ich zeige euch das Krankenhaus. Mein Name ist Dr. Milvort.“
Alles klar. Alles klar. Ich werde die sein, die hier hinausgeht mit einem Arztmantel. Ich werde zu dem Drittel gehören. Bloß nicht zu nervös werden. Bleibe ruhig. Versuche dir die ganzen Räume einzuprägen, sagte ich mir selber, aber ich wusste, dass ich mich wahrscheinlich schon heute verlaufen würde. Von der Notaufnahme ging es in den Aufenthaltsraum, dann zu den OP’s.
„Hi, mein Name ist Emma“, stellte sich das Mädchen neben mir vor. „Cynthia“, antwortete ich und ich wusste, dass sie nicht zu dem Drittel gehören würde. Zu nett in diesem Job. Sie würde die Patienten zu nah an sich heranlassen. Damit hatte ich sicherlich nicht so viele Probleme. Man nannte mich eiskalt und mir war es nie einfach gefallen Freunde zu finden. Doch das sollte sich nun ändern. Ich würde nur im Job eiskalt sein und sonst würde ich mich ändern. Schon alleine aufgrund dieses heißen Typens, mit dem ich gestern lange in einer Bar saß. Sehr lange. Wir unterhielten uns. Sehr lange. Und er war richtig nett. Komisch, aber nach einer Nacht kann man es eigentlich gar nicht wissen, aber ich konnte mir vorstellen, dass wir toll zusammenpassen würden. Er war auch Arzt und zudem war er gut. Verdammt gut. Im Bett.  Naja, eher gesagt im Auto.
Ich versuchte die Gedanken schnell wegzuwischen und konzentrierte mich wieder auf die Führung.
Dann wurden wir Ärzten zugeteilt. Meiner hatte von hinten blonde Haare, Locken. Nein, das konnte nicht sein. Das war mein Arzt. Ich meine DER Arzt. Er war also nicht nur verdammt gut im Bett, sondern auch ein verdammt guter Kardiologe. Auf einmal fühlte ich die blauen Flecken an meinem Rücken. Der Schalthebel erinnerte ich mich dunkel und setze das beste gekünstelte Lächeln auf das mir möglich war. 


Writing Friday ist eine Aktion von readbooksandfallinlove.
Jeden Monat gibt es neue Schreibaufgaben. Das bedeutet: Verschiedene Themen, zu denen man Kurzgeschichten oder Gedichte schreiben kann. Jeden Freitag werden die Beiträge dann veröffentlicht. 

Hier kommt ihr zu dem Beitrag von readbooksandfallinlove: Writing Friday April 2018 
Heute habe ich mir die Aufgabe ausgesucht eine Geschichte zu schreiben zu dem Thema: Du hast gerade deinen ersten Arbeitstag als Assistenzarzt im Krankenhaus. Beschreibe einer Freundin ein besonders verstörendes Erlebnis.

Ich würde mich sehr über eure Rückmeldung freuen und auch über Tipps.

Liebe Grüße und bis zum nächsten Post

Eure    Svenja

Montag, 16. April 2018

[Monatsüberblick] 1. Quartal 2018



Erst einmal kommen wir zu den Bücher die neu bei mir eingezogen sind und nun ein lauschiges Plätzchen in meinem überfüllten Bücherregal haben.

1.     Mein Herz in zwei Welten – Jojo Moyes
2.     Ein ganzes halbes Jahr (in Print) – Jojo Moyes
3.     Save me- Mona Kasten
4.     Elfenblut – Wolfgang Hohlbein
5.     Wenn Prinzen fallen – Robert Goolrick
6.     Ich bin der Hass – Ethan Cross
7.     Herrscherin des Lichts – Jennifer Armintrout
8.     Die Geisha – Arthur Golden
9.     Das Drachentor – Jenny-Mai Nuyen
10. Die Sturmjäger von Aradon: Feenlicht – Jenny-Mai Nuyen

Mir ist ja auch immer wichtig zu wissen, welche Bücher ich von den neu gekauften auch gelesen habe, also alle Bücher die von den neu eingezogenen Büchern direkt gelesen wurden sind hier kursiv dargestellt.
Aber nun zu meinen gelesenen Büchern im ersten Quartal 2018:

1.     Das Fundament der Ewigkeit – Ken Follett          R
2.     In den Hügeln von Emmaus – Jens Hildebrand  R
3.     Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken – John Green    R
4.     Mein Herz in zwei Welten – Jojo Moyes                R
5.     Ein ganzes halbes Jahr (re-read) – Jojo Moyes    R
6.     Save me - Mona Kasten                                               R
7.     Wenn Prinzen fallen – Robert Goolrick                 R
8.     Ich bin der Hass – Ethan Cross                                 R
9.     Herrscherin des Lichts – Jennifer Armintrout     R
10. Ethik ist wichtiger als Religion – Franz Alt           R

Zu jedem dieser Bücher ist auch schon eine Rezension vorhanden, die mit einem Klick auf das „R“ zu erreichen ist.

Nun komme ich zu dem Teil, der vor allem alle Statistikbesessenen von euch zufrieden stellen wird.

Gesamtanzahl an gelesenen Büchern: 10
Gesamtanzahl an gelesenen Seiten: 4264
Durchschnittliche Seitenanzahl pro Buch: 426,4

Längstes Buch: Das Fundament der Ewigkeit – 1160 S.
Kürzestes Buch: In den Hügeln von Emmaus – 18 S.

Weibliche Autoren: 4
Männliche Autoren: 6
Hardcover: 4
Broschiert: 5
E-Book: 1

Bestes Buch: Das Fundament der Ewigkeit
Schlechtestes Buch: Herrscherin des Lichts

Durchschnittliche Bewertung: 6 P

Dann noch zu den Serien und Filmen, da das eine weitere Leidenschaft von mir ist. Alle Filme aufzulisten wäre zu umständlich, also habe ich mich hier auf die Serien beschränkt. Falls ihr auch die Filme wissen wollt, sagt Bescheid.

1.     Suits (6. Staffel)
2.     Lucifer (1. Staffel)
3.     Vikings (Staffel 1-5)
4.     The Grand Tour
5.     The Crown (Staffel 2 angefangen)
6.     Mozart in the Jungle (Staffel 4)
7.     Outlander (Staffel 3)
8.     Zed
9.     Lethal Weapon (Staffel 2 angefangen)
10. The Collection (Staffel 1)
11. The Bold Type (Staffel 1)
12. Westworld (Staffel 1)

Mein Fazit:
Büchertechnisch muss ich sagen, dass das Fundament der Ewigkeit mich sehr überzeugen konnte und mich in seinen Bann gezogen hat. Aber auch Bücher wie: „Wenn Prinzen fallen“, „In den Hügeln von Emmaus“ oder auch „Ich bin der Hass“ konnten mich überzeugen. Die durchschnittliche Bewertung ist ja auch sehr gut. Allerdings hatte ich auch zwei Bücher dabei, die ich sehr unterdurchschnittlich fand: „Die Herrscherin des Lichts“ und „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“.
Serientechnisch habe ich in diesem  Quartal recht viel, aber vor allem sehr verschiedenes geschaut. Vor allem „Westworld“ und „The Collection“ möchte ich weiterempfehlen. Besonders habe ich auf die 6. Staffel von Suits hingefiebert, da diese im März auf Netflix erschien.
Alles in allem fand ich dieses Quartal gut, allerdings gab es büchertechnisch nicht die ganz großen Ausreißer nach oben, dafür eher nach unten.

Ich würde mich sehr über Rückmeldungen zu diesem Format freuen und auch über eventuelle Verbesserungsvorschläge und neue Ideen.

Eure    Svenja


 

Freitag, 13. April 2018

[Writing Friday] Verfolgt



Damit hatte Lukas nicht gerechnet, als er sah wie das Lichtgewitter auf ihn niederging. Es überraschte ihn. Blendete ihn und er wusste gar nicht mehr, wohin er schauen sollte. Er dachte an diese anderen Paparazzi Bilder, mit geschocktem Gesicht, nicht wissend, wo man ist. Langsam klang es ab und er wusste nun wieder, wo er war, vollkommen benebelt von Drogen und sonst irgendetwas, mit einer toten Frau vor seinen Füßen, seiner Mutter. In einem roten Kleid. Doch das rote Kleid bekleidete sie eigentlich kaum. Es war nur noch in etwa zu erkennen. Es war zerrissen, nein, es war zerstochen von einem Messer. Wer tat so etwas? Wer würde seine Mutter umbringen, was tat er hier? Was hatte er da in der Hand, ein Messer, nein das Messer? Hatte er? Hatte er seine Mutter umgebracht, das konnte nicht sein.
Lukas schreckte schweißgebadet aus seinem Traum hoch. Er zitterte am ganzen Körper. Er versuchte das Glas Wasser, welches er genau für diesen Fall platziert hatte, in die Hand zu nehmen. Es schwappte etwas darüber, doch er konnte es an die zitternden Lippen setzten und ein paar Schlucke nehmen. Doch dann verschluckte er sich auch schon und er musste husten. Verschüttete alles über die Bettdecke. Er stand auf und ging ins Bad. Danach musste er sich seinen Mund auswaschen und sah in den Spiegel. Ein blutunterlaufenes Gesicht. Augenrinnen und müde Augen. Er konnte die Bilder nicht mehr loswerden, doch er musste. Er musste fit sein. Seine Karriere hing davon ab. Er musste einer der Besten sein. Er wollte diesen Job heute. Seit dem Vorfall war es immer nur noch nach unten mit ihm gegangen. Er hatte einmal alles gehabt, doch nun nicht mehr. Langsam ging er wieder ins Zimmer zurück und zog sich die herausgelegten Sachen an. Dann verließ er das Haus, doch er fühlte sich als wäre er in einem Fiebertraum gefangen. Die U-Bahn war drückend voll, doch irgendwo spuckte sie ihn aus, einfach auf dem Bürgersteig. Dann ging er in den Raum. Der Raum war voll mit Jungs in seinem Alter. Alle sahen im ähnlich. Sahen besser aus. Waren selbstbewusster. Er rannte hinaus, hinaus auf die Straße, rot flackerte in seinem Augenwinkel, rot wie Blut, rot wie das Kleid. Das Kleid, das ihm zum Verhängnis geworden war. 


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Jeden Monat gibt es neue Schreibaufgaben. Das bedeutet: Verschiedene Themen, zu denen man Kurzgeschichten oder Gedichte schreiben kann. Jeden Freitag werden die Beiträge dann veröffentlicht. 

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Heute habe ich mir die Aufgabe ausgesucht eine Geschichte mit dem Satz: Damit hatte Lukas nicht gerechnet, als er sah wie....ich hoffe ich konnte den Satz gut fortsetzen.

Ich würde mich sehr über eure Rückmeldung freuen und auch über Tipps.

Liebe Grüße und bis zum nächsten Post

Eure    Svenja

Sonntag, 8. April 2018

[Rezension] 1984 – George Orwell



     Autor: George Orwell
     Genre: Dystopie
     Orginaltitel: 1984
     Preis: 12 €
     Einband: Taschenbuch
     Seitenanzahl: ca. 381
     Altersempfehlung: ab 14
     ISBN: 978-3548234106
     Erscheinungsdatum: 1. Juni 1994
     Übersetzerin: Michael Walter
     Verlag: Ullstein Taschenbuch
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Erst einmal möchte ich etwas über meine Leseerfahrung sagen: Langweilig, weggelegt, gefesselt.
Nach den ersten paar Seiten habe ich das Buch vor einem Monat ungefähr weggelegt und nicht weitergelesen und mir andere Bücher vorgeknöpft. Dann jedoch habe ich mir das Buch wieder geschnappt und war vollkommen gefesselt. Nicht nur von der Welt, die mir vorher noch zu langatmig beschrieben wurde, sondern auch von den Charakteren. Ich muss schon sagen, dass man sich in den Schreibstil sehr hineinlesen muss, da man manche Sätze doppelt liest, um sie in ihrer Vollkommenheit zu verstehen. Doch am Ende lässt mich dieses Buch mit einem inspirierenden und auch einem traurigen Gefühl zurück. Mein Lieblingszitat möchte ich euch noch gerne mitgeben, bevor ihr diese Kritik lest:

Freiheit bedeutet die Freiheit, zu sagen, dass zwei und zwei vier sind
(1984, George Orwell, Ullstein Taschenbuch, 42. Auflage 2017)

Jetzt geht es aber los mit der Kritik!

1.     Handlung: 1984 schildert die düstere Dystopie eines totalitären Überwachungsstaates. Die Handlung spielt in Ozeanien im Landfeld 1, dem früheren England. In Ozeanien unterdrücken der „Große Bruder“ und die Innere Partei die Äußere Partei und die Proles (die normale Bevölkerung). Man darf nicht mehr selbstständig nachdenken, denn ansonsten wird man von der Gedankenpolizei liquidiert. Über die Fernseher, die in beide Richtungen funktionieren, dass bedeutet sie überwachen auch die Bevölkerung, wird Hass auf einen Parteifeind Emmanuel Goldstein und schweißt damit die Bevölkerung zusammen. Niemand scheint zu bemerken, dass dieser Feind vollkommen auswechselbar ist, denn ansonsten wäre das ja Doppeldenk. Dies ist ein Wort einer neuen Sprache, Neusprech, die die Gedankenfreiheit einschränken soll. Die Prolen der Partei lauten:
KRIEG IST FRIEDEN
FREIHEIT IST SKLAVIEREI
UNWISSENHEIT IST STÄRKE
Zudem wird die neue Weltauffassung auch deutlich durch die Ministerien. Das Ministerium der Wahrheit ist dafür da, die Vergangenheit zu fälschen, also zu Lügen. Das Ministerium der Liebe foltert und das Ministerium für Frieden beschäftigt sich mit dem Krieg.
Der Protagonist Winston Smith arbeitet beim Ministerim für Wahrheit in London und beschäftigt sich dort mir Zeitungsartikeln. Er gehört zwar zur Äußeren Partei, lehnt allerdings das totalitäre System ab. Langsam wird er immer mehr mit seinen eigenen Gedanken konfrontiert und findet auch noch eine Mitstreiterin.
2.     Schreibstil: Das war jetzt wirklich sehr viel Inhalt, allerdings weniger zu der Handlung, als zu der Welt in der 1984 spielt. Zudem muss ich auch noch sagen, dass die Handlung schon wichtig ist, aber auch nicht alles entscheidend, denn das wichtigste des Buches ist für mich die Atmosphäre, die kreiert wird. Man kann sich gut in diese Welt hineinfühlen und fühlte sich ständig beobachtet. Kann es in unserer Welt auch zu einem absoluten Überwachungsstaat kommen? Man muss natürlich auch dran denken, dass das Buch 1848 geschrieben wurde und damals gab es noch nicht den gläsernen Menschen von heute. Umso beeindruckender ist das Buch heutzutage. Zudem spielt natürlich auch die Sprache eine sehr wichtige Rolle in 1984, da George Orwell eine ganz neue Sprache erschafft. Neusprech. Diese Sprache versucht die Kreativität und das eigene Denkvermögen einzudämmen. Wie wäre das in unserer Welt?
3.     Charaktere: Unser Hauptcharakter scheint der einzige zu sein, der hinter die Kulissen der Partei gucken kann. Daher macht er sich auch einem Gedankendelikt schuldig. So sehen wir also die richtige Welt und wie diese die anderen Menschen manipuliert. Etwas später im Buch kommt unser Charakter mit einer anderen Person stärker in Kontakt. Diese fand ich recht sprunghaft und komisch, allerdings passte dies irgendwie. Ansonsten kommen die unterschiedlichen Charaktere eben nicht so stark miteinander in Kontakt, denn alles wird überwacht und der kleinste Fehlschritt kann den Tod bedeuten. Zudem möchte ich noch bemerken: Eigentlich ist ein Hauptcharakter ja immer sehr sympathisch, allerdings finde ich, dass das in diesem Buch meiner Meinung nach, nicht der Fall ist.
4.     Umsetzung: Das Buch ist unterteilt in drei Abschnitte. Da ich die Handlung nicht spoilern möchte, werde ich nicht sagen, worum sich die Teile drehen, allerdings ist der erste Teil eher dazu da die Welt zu erklären und zu verstehen. Ich muss sagen, dass ich mich zu Anfang etwas gelangweilt habe, aber mit dem Ende des ersten Teils kommt auch die Spannung. Ab da wurde die Spannung aufgebaut und hielt ich bis zum Ende. Die echte Faszination geht vor allem von der neuen Welt und von diesem totalitären Überwachungssystem aus.
5.     Cover: Das Cover finde ich sehr passend und schlicht gehalten. Passend zu dem Buch, aber ich mag persönlich auch sehr schlichte Cover.
6.     Ende: Das Ende hat mich vollkommen schockiert zurückgelassen und der letzte Satz fasst im Grunde alles noch einmal zusammen. Die gesamte Entwicklung des Buches und das Ziel der Partei. Man sieht die Welt plötzlich durch vollkommen andere Augen und fragt sich, ob man sich auch so verändert hätte und die Welt nun anderes sehen würde. Ob die Propagandasendungen und die neue Sprache nicht jeden Menschen irgendwann in seinen Bann ziehen würden. Übrigens fand ich auch das Schlusswort von Daniel Kehlmann herausragend und sehr berührend. Vor allem die Herausstellung von einem der Leitmotive des Buches: dem Tod und die Verknüpfung mit dem Leben des Autors fand ich sehr interessant. Deshalb werde ich unter meiner Bewertung auch eine kleine Zusammenfassung von George Orwells Leben anhängen.
7.     Bewertung:

1.     Handlung:            38 / 40
2.     Schreibstil:          12 / 15
3.     Charaktere:         28 / 20
4.     Umsetzung:         10 / 10
5.     Cover:                      5/ 5
6.     Ende                     10 / 10

                                                        93 / 100

Gesamtwertung:   9.3 P
Genrewertung:      10 P

Das zweite Buch auf meinem Blog, dem ich zehn Punkte gebe neben die Straße von Cormac McCarthy und das mag schon etwas heißen!

George Orwells Leben:
Am 25. Juni 1903 wurde George Orwell unter dem Namen Eric Arthur Blair geboren. Seine Kindheit verbrachte er in England. 1922 ging er zur Kolonialpolizei im heutigen Myanmar, doch kehrte aufgrund von gesundheitlichen Problemen 1927 nach Europa zurück und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch. Seine Erfahrungen verarbeitete er in dem Buch Down and Out in Paris and London, welches er unter dem Pseudonym George Orwell veröffentlichte. Zudem war George Orwell schon früh gegen jede Art vo Unterdrückung und unterstützte den Sozialismus. Er kämpfte im spanischen Bürgerkrieg und kam schwer verwundet zurück. Seine Erfahrungen schilderte er in seinem Buch Mein Katalonien, dass er 1938 veröffentlichte. Während des Zweiten Weltkriegs schrieb er für die BBC und zahlreiche Zeitungen. Parallel arbeitete er an seinen großen Romanen. Im Jahre 1945 erschien Animal Farm eine bissige Satire auf die Russische Revolution und 1948 erschien 1984. 1050 erlag George Orwell seiner Krankheit (Tuberkulose), die er seit seiner Kindheit hatte. Sätze wie „Big brother is watching you“ sind in unseren heutigen Sprachgebrauch übergegangen.

Die heutige Kritik war ja etwas anderes aufgebaut. Wie findet ihr das? Gerne auch Kritik an der Kritik! *grins*

Bildquelle: Verlag, JPG
Covernutzung: Angaben zu den einzelnen Verlagen lassen sich unter: Kontakt und Covernutzung finden

Freitag, 6. April 2018

[Follow Friday] Highlight im März


Der Deutsche Follow Friday ist eine Aktion auf FiktiveWelten. Sie dient der munteren Kommunikation unter Bloggern. Jede Woche wird eine neue Frage gestellt, die bis nächsten Freitag beantwortet werden muss.

Die Frage für diese Woche ist: Was war dein Highlight im März?

Von den neuen Büchern, die ich gelesen habe konnte mich im März leider keines vollkommen überzeugen, dafür allerdings ein Re-read.
Und zwar der zweite Teil der Legend Trilogie von Marie Lu.

Hier der Inhalt des ersten Bandes, um nicht zu spoilern.



June möchte Rache an Day verüben, da dieser ihren Bruder Mathias getötet hat. Day ist einer der meistgesuchten Verbrecher der Republik, doch sie ist ein kleines Wunder. Sie hat in dem Test eine perfekte Punktzahl erzielen können. Um ihn aufzufinden, steigt sie in die Slums der Unterschicht hinab. Doch sie beginnt die Welt auch aus einem anderen Lichtwinkel zu sehen und dann ist sie sich doch nicht mehr so sicher.

Auf den ersten Blick wirkt diese Jungendbuchreihe wie jede anderen, doch sie ist es nicht, dass kann ich euch versichern. Die ist brutal und vor allem auch brutal berührend. Ich kann sie wirklich nur jedem empfehlen, der Bücher wie die Tribute von Panem mochte und auf etwas andere und besondere Jungendbücher steht.

Ich kann wirklich die ganze Trilogie empfehlen. Vor allem wenn man sie auf Englisch liest, ist sie sehr beeindruckend.

Das war also mein Highlight im März.

Welches war eures?

Eure  Svenja

[Projekt *.txt] Verlorene Erfüllung


Die Asche fiel, und fiel. Hinunter auf eine Welt, in der sich das Leben nicht mehr lohnt. Hinunter auf eine Welt, die grau geworden ist. Nicht im bildlichen Sinne, aber im metaphorischen. Eine Welt, in der es nichts mehr Neues zu entdecken gibt und in der die Sonne zu früh untergeht. Es herrscht Dunkelheit. Dunkelheit in den Köpfen, Dunkelheit in der Welt. Eine Dunkelheit, die alles schluckt, in sich aufnimmt und nicht mehr frei lässt. Die greift um sich und gibt nichts. Keinen Millimeter, kein einziges Stück. In dieser Welt wäre Hoffnung doch so wichtig, aber sie wird geschluckt und ist verschwunden. Verschwunden für immer und ewig. Verloren.
In dieser Welt lebte ich, Tag ein, Tag aus. In dieser Welt, die mir nichts geben konnte. Das Leben zog an mir vorbei, ohne einen Unterschied machen zu können. Meine Gedanken waren umnebelt, grau, aschgrau. Sie zerfielen wie Regen, den Feuer zu Asche verbrannte. Waren unleserlich, verschwunden, verloren. Doch ich brauchte sie so dringend. Musste hinaus aus diesem Loch voller Dunkelheit, hinaus ans Licht. Das Feuer sollte die entflammen, aber nicht verbrennen. Vielleicht aber brennt mein Feuer auch zu heftig, sollte ich es zähmen. Doch die Welt würde dann bloß noch grauer werden, die echte Welt, nicht die Welt meiner Gedanken. Grau und einsam würde sie werden. Wie ich. Doch soweit wollte ich es nicht kommen lassen, konnte ich es nicht kommen lassen. Ich würde mein Feuer hell brennen lassen, lichterloh. Gelb, Rot und Orange. Heller und heller ... auch wenn ich mich eines Tages dran verbrennen würde. Wenn es mich entzünden würde, wäre das der wichtigste Moment meines Lebens, die Erfüllung, der ultimative Lichtblick. Die Welt würde bunt sein, würde mich mit ihren Farben blenden und ich würde mich ihr hingeben. Auch wenn ich dann nicht mehr da wäre, um die von mir erschaffene Welt zu erblicken, denn dies können nur die Anderen. Ich wäre nicht mehr, aber ich wäre frei.

Dieser Text basiert auf dem Projekt „Projekt*.txt“. In diesem Projekt geht es darum jeden Monat einen Text zu veröffentlichen, der sich um ein einziges ausgewähltes Wort dreht. In diesem Monat hieß das Wort: Lichtblick.

Ich hoffe euch gefällt mein Beitrag.

Eure  Svenja

Donnerstag, 5. April 2018

[Writing Friday] Der Völkermord





Vielen Dank Herr Zahnpasta!

Sie haben meinen Mord finanziert, Sie haben mich von meinem bakteriellen Dasein befreit und damit machen Sie auch noch jede Menge Geld!
Herzlichen Glückwunsch aus dem tiefsten Grab.
Früher einmal war die Welt ein großes Wunderparadies. Wir konnten fressen, was wir wollten, unaufhaltsam und schicksalsbesiegend.
Vor uns haben sich die Menschen gefürchtet, wegen uns sind Menschen verhungert, aber heutzutage, heutzutage entkommt uns die Menschheit. Wir sterben ab. Völkermord nenne ich so etwas. Danke für den Völkermord Herr Zahnpastaerfinder.
Auch die Gerüche mit denen Sie uns beehren, können mich nicht überzeugen. Wie war es früher noch, als ich einen Döner gerochen habe, oder einen leckeren süßen Saft. Heutzutage rieche ich nur noch Minze. Minze, Minze, Minze. Die anderen Gerüche erreichen mich nicht einmal.
Sie haben unser Revier gestohlen unseren Lebensinhalt verändert, jetzt besteht er nur noch aus Überleben. Das schmerzt, kann ich Ihnen sagen und bilden Sie sich nicht ein: Das heißt Krieg.
Die Erfindung der Zahnpasta hat einen Krieg ausgelöst, einen Krieg ums Überleben und um unsere Heimat.
Also! Machen sie bloß nicht den Mund zu weit auf, es könnte sein, dass wir dann zuschlagen und unsere Wut auf die Menschheit entladen. Nehmen Sie sich in acht. Der Hund denkt auch nicht, dass die Zecken in seinem Fell ihn umbringen.
Also Herr Zahnpasta, wir danken Ihnen aus dem tiefsten Grab, welches Sie uns geschaufelt haben: Sie haben uns den Anlass gegeben gegen die Menschheit zu kämpfen und schon bald ernten Sie nicht nur Geld aus Ihrer Erfindung, sondern auch den Tod.
In den Kampf meine Mitstreiter: Bakterien gegen Menschen. Und seien wir mal ehrlich, tief im Inneren wissen wir alle, wer diesen Kampf gewinnen wird.
Also danke für ihre Erfindung Herr Zahnpasta, vielen Dank, denn mit ihr ist offiziell der Krieg eingeweiht worden und damit der Sieg über die menschliche Rasse.

Mir allerherzlichsten Kriegswünschen

Ecolirica


Writing Friday ist eine Aktion von readbooksandfallinlove.
Jeden Monat gibt es neue Schreibaufgaben. Das bedeutet: Verschiedene Themen, zu denen man Kurzgeschichten oder Gedichte schreiben kann. Jeden Freitag werden die Beiträge dann veröffentlicht. 

Hier kommt ihr zu dem Beitrag von readbooksandfallinlove: Writing Friday April 2018 
Diesen Monat darf man unter anderem einen Brief an den Erfinder der Zahnpasta schreiben und diese Aufgabe habe ich versucht zu erfülle. Eben auf meine ganz eigene Art.

Ich würde mich sehr über eure Rückmeldung freuen und auch über Tipps.

Liebe Grüße und bis zum nächsten Post

Eure    Svenja